Hindenburgplatz vs. Neuplatz

Es gibt so interessante Themen – Auch in der Politik.

Und es gibt so wichtige Themen – Ebenso in der Politik.

Hier in Münster scheint es als das die Bundespolitik stark auf die hiesige Lokalpolitik abfärbt.
Themen mit einem unwichtigen Hintergrund Hintergrund werden hier den Themen vorgezogen, die der Region und dem Ort besser täten.

Der Finanzhaushalt der Stadt ist katastrophal.
Es soll trotzdem Geld, welches nicht vorhanden ist, für eine Musikhalle ausgegeben werden und dann denkt man über äusserst wichtige Themen nach, die dem Münsteraner unheimlich unter den Fingernägeln brennen: Umbenennung von Straßen und Plätzen !

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Folgendes:

Münsters SPD sieht den Punkt gekommen, um Münsters größten Platz, den Hindenburgplatz, nicht mehr nach dem Mann zu benennen, der
Adolf Hitler zum Reichskanzler machte.
Die Rede ist von
Reichspräsident Paul von Hindenburg.

Die SPD-Ratsmitglieder Wolfgang Heuer und Dr. Michael Jung stellten letztens einen Ratsantrag vor, in dem die SPD fordert, den Hindenburgplatz wieder in Neuplatz umzubenennen.
So einfach nach mehreren Jahrzehnten….
So hieß der Platz nämlich bis 1927 in Anlehnung an das benachbarte Neutor.

Begründet wird der Antrag damit, „dass mit dem aktuellen Namensgeber keine positive Identifikationsmöglichkeit gegeben ist“, wie es im Antrag heißt. Einer der größten innerstädtischen Plätze in Deutschland, so Dr. Jung gestern, dürfe nicht mehr länger nach einem Mann benannt sein, der „den Untergang der ersten deutschen Republik unumkehrbar“ gemacht habe.

Das laetze halbe Jahrhundert ging es aber anscheinend.

Bereits 1998 gab es in Münster unter der damaligen SPD-Oberbürgermeisterin Marion Tüns (SPD) eine Debatte über den Hindenburgplatz.
Am Ende sprach sich der Rat gegen eine Namensänderung aus – unter anderem deshalb, weil bei einer Befragung von rund 2000 Münsteranern 75 Prozent keine Notwendigkeit sahen.

„Die Gesellschaft habe sich verändert“, geht Wolfgang Heuer davon aus, dass heute die Debatte anders verlaufen würde. Die Münsteraner könnten „gelassener mit dem Thema umgehen“.

Sicher können wir das – wir würden es beiseite legen und wichtigere Themen anschneiden und schauen wo man die schlechte finanzielle Haushaltslage Münsters anpacken könnte.

Mit ihrem Antrag möchte die SPD also die Diskussion der 90er Jahren neu aufgreifen.
Neben dem Hindenburgplatz stehen auf der Liste der Straßen, die geändert werden sollen, auch der Jöttenweg und der Carl-Diem-Weg.

Nun, es sind ja mal irgendwann einmal wieder Wahlen.
Nach den dann folgenden schlechten Wahlergebnisses werden sich sicher ein paar Parteien umbenennen müssen.

Daten:
Der Hindenburgplatz ist die zweitgrößte innerstädtische Freifläche in Europa und Austragungsort der dreimal jährlich stattfindenden Kirmes. Auch dient der Platz zahlreichen anderen Darbietungen, wie Zirkus oder Freiluft-Filmnächten.
Niemand der dort beherbergten Gästen hat sich je beschwert.
Das muß man mal Gegenrechnen, gegen die Kosten, die eine Umbenennung bringen würde.
Straßenschilder, Stadtpläne und anderes Kartenmaterial müsste geändert werden.

Das alles bitte – für was?

2 Gedanken zu „Hindenburgplatz vs. Neuplatz

  1. Thälmann

    Es ist also besser Plätze/Schulen/Straßen nach Leuten zu benennen, die wie ja bekannt ist Hitler an die Macht brachten, im ersten Weltkrieg Generäle waren und nach der Niederlage alle Schuld der Sozialdemokratie gaben??
    Ja wohl eher nicht.
    Wenn man derartig hirnrissig argumentiert, hätte man ja auch die Ehrenbürgerschaft Hitlers in fast allen Orten Deutschlands nicht streichen müssen auch wenn dies weniger finanzintesiv war.Sicherlich hat die Stadt kein Geld und sicherlich gibt es kommunal politisch wichtigere Dinge, aber Münster ist auch eine Stadt des Tourismus, und wenn sich Touristen mit der deutschen Geschichte auskennen, wie reagieren sie wohl auf solche Namen?

  2. Airway Artikelautor

    Hallo und erstmal Danke für den Kommentar!

    Es hat 63 Jahre nacxh Kriegsende niemanden gestört das der Hindenburgplatz so hieß, wie er hieß – wieso also ausgerechnet jetzt?
    Meiner Meinung nach wird so ein Thema wieder hergenommen um eine Partei in die Medien und somit in den Vordergrund zu bringen.
    Der Rattenschwanz, der an einer Namensänderung des Hindenburgplatzes hängen würde ist ewig lang.
    Man kann nicht das eine ändern, aber andere Dinge nicht.
    Es wurde aber ganz Populistisch nur der Hindenburgplatz genannt.

    Ich sehe ja ein das Grundsätzlich etwas dran ist an der Forderung.
    Warum das aber ausgerechnet wieder jetzt kommen muß ist völlig unklar. Zumal die Verhältnismäßigkeit nicht gegeben ist.

    Ein Bürgerentscheid ist gefordert – genau wie bei der Musikhalle.
    Wir leben doch in einer Demokratie.

    Denn eine Umfrage der Lokalpresse hat bereits gezeigt, das die Mehrheit der Münsteraner Bevölkerung eine Namensänderung des Hindenburgplatzes nicht trägt.

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